Gebäude werden vergleichbar durch einen Wohlfühlindex

Die Vision von dem Projekt war, dass Gebäude durch einen Wohlfühlindex vergleichbar werden. Der Index soll aus Raum- und Nutzerdaten berechnet wird. Hintergrund für die Thematik war, dass Gesundheit und das Raumklima oft im Fokus stehen, es heute jedoch keine Möglichkeit gibt diese objektiv zu messen und zu zertifizieren.

Projektstatus 100%

Projektziele

  1. Bestandteile eines Wohlfühlindex erarbeiten
  2. Sensoren, Übertragungstechnik und Auswertung bestimmen
  3. Prototyp und erste Erfahrungen mit Messungen erstellen

Projektbeschreibung

Unter der Fragestellung des Benchmarkings für Gebäude wurde im Rahmen der Arbeitsgruppe «Autodiagnose» untersucht, ob ein Gebäude selbstständig untersuchen und entscheiden kann, wie sich die Bewohner im Innern fühlen (Selbst-Diagnose). Dazu wurden in einem ersten Schritt mögliche Einflussfaktoren auf das Wohlfühlen erhoben. Diese gliedern sich in mit Sensoren messbare (quantitative) und nicht mit Sensoren messbare (qualitative) Faktoren. Zu den quantitativen Faktoren zählen zum Beispiel: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, CO2 Gehalt, Geruchsstoffe und Partikel, Helligkeit und Lichtfarbe, Personendichte sowie Schall. Als qualitative Faktoren wurden erhoben: Standort, Materialisierung, Kultur, persönliches Gesundheitslevel, Stress, Empfindungen oder Fitness.

In einem begleitenden Studierendenprojekt wurde ein Prototyp entwickelt, welcher über verschiedene Sensoren einen Grossteil der quantitativen Faktoren misst. Die qualitativen Faktoren werden über ein Touch-Display erhoben. Die Auswertung erfolgt über eine Cloud-Lösung. Der Prototyp wurde in zwei Phasen im Departement Informatik aufgestellt und das Feedback der Nutzer sowie die gemessenen Sensorwerte aufgezeichnet. Mittels einer Auswertung der Korrelationen zwischen den Messwerten wurde ein erster «Wohlfühlindex» berechnet. Dieser wurde in einer zweiten Phase verifiziert.

Das Projekt hat gezeigt, welche Möglichkeiten heutige Sensoren und IoT (Internet of Things) Geräte bieten. Es wurden aber auch Zusammenhänge zwischen Visualisierungen eines Index und Nutzerreaktionen sichtbar. Hier könnten weiter Forschungsaktivitäten folgen. Gleichzeitig hat sich die Arbeitsgruppe Gedanken über mögliche Geschäftsmodelle gemacht. Dabei wurde klar, dass ein Interessenkonflikt zwischen den Stakeholdern eines Gebäudes besteht und dass die Zahlungsbereitschaft für solche Messungen kaum gegeben ist.

Resultate

  • Definition von Autodiagnose
  • Auslegeordnung möglicher Einflussfaktoren für das Wohlfühlen in Gebäuden und Auswahl relevanter Faktoren für den Prototyp.
  • Messverfahren (Sensoren und qualitative Messmöglichkeiten)
  • Anwendungsmöglichkeiten für den Wohlfühlindex
  • Prototyp auf Basis eines Raspberry Pi, verschiedener Sensoren (Temp., Luftfeuchtigkeit, CO2, Partikel, Helligkeit, Lichttemp., Schall) und Userfeedback (UI)
  • Analyse der Zusammenhänge zwischen Userfeedback und Sensorwerten
  • Definition eines ersten Wohlfühlindex

Ansprechperson
Tim Weingärtner, 041 757 68 20, tim.weingaertner@hslu.ch

Projektteam

  • Roland Achermann, bbv
  • Sibylla Amstutz, HSLU T&A
  • Lukas Arnet, Siworks
  • Patrick Blaser, Condair
  • Marco Frühauf, Otto Fischer
  • Christian Hänggi, Steinel
  • Stefan Ineichen, HSLU T&A
  • Thomas Stadler, Bouygues
  • Olivier Steiger, HSLU T&A
  • Stefan Walker, Steinel
  • Tim Weingärtner, HSLU I
  • Melvin Werthmüller, HSLU I – Studierender
  • Lukas Arnold, HSLU I – Studierender